Camouflage

Claude Bühler
Natalia Kepesz
Luis Lucyga
Lennart Pimpl

22.3.2026 - 4.10.2026
Eröffnung 21.3.2026

Museum Schiefes Haus
Wernigerode

Di-So 11-17 Uhr

Niewybuch 13,
aus der Serie „Niewybuch“,
2020 © Natalia Kepesz

Das Projekt

Fotoskopia ist eine neu gegründete Ausstellungsreihe für zeitgenössische Fotografie, die sich unterschiedlichen Themenfeldern widmen wird. Mit dieser Initiative möchten wir neue Räume abseits der großen Kunstzentren schaffen, in denen Fotografie betrachtet, diskutiert und erlebt werden kann. Präsentiert werden Arbeiten junger Absolvent:innen aus Fotostudiengängen ebenso wie international erfolgreiche Künstler:innen.

Konzept und Organisation

Das kuratorische Team besteht aus den in Wernigerode aufgewachsenen Fotograf:innen Tim Bruns und Anika Spereiter sowie der in Leipzig lebenden Fotohistorikerin Annekathrin Müller. Durch Netzwerke zu Fotoschulen und Künstler:innen entstehen Ausstellungen, die verschiedene fotografische Ansätze und Themenfelder zusammenführen und für ein breites Publikum zugänglich machen.

Fotoskopia präsentiert zweite Ausstellung: „Camouflage“

Nach dem erfolgreichen Auftakt im Oktober 2025 setzt die Ausstellungsreihe Fotoskopia ihr Vorhaben fort, zeitgenössische Fotografie abseits der Städte und großen Kulturzentren zu zeigen. Die zweite Ausstellung im Museum Schiefes Haus in Wernigerode trägt den Titel „Camouflage“ und widmet sich einem hochaktuellen Thema: der omnipräsenten Aufrüstung und Militarisierung.

Während Kriegsbilder heute in sozialen Medien omnipräsent zirkulieren und zugleich durch KI-Technologien in ihrem Wahrheitsgehalt zunehmend infrage gestellt werden, richtet „Camouflage“ den Blick auf das Unsichtbare – auf jene ökonomischen und ideologischen Strukturen, die Kriege vorbereiten und ermöglichen. Die Ausstellung zeigt bewusst keine Kriegsbilder. Stattdessen machen die vier versammelten künstlerischen Positionen sichtbar, was in der öffentlichen Diskussion viel zu wenig vorkommt: Produktionsorte der Rüstungsindustrie, die ideologische Verblendung mit militärischen Übungen in der Kindheit, historische Verflechtungen von Industrie und Krieg sowie die Diskrepanz zwischen Nachhaltigkeitsversprechen und tatsächlichen Geschäftsmodellen börsennotierter Waffenkonzerne.

Die Arbeiten eint die Frage nach der Sichtbarkeit von Macht: Was wird gezeigt, was bleibt verborgen, und wer kontrolliert diese Sichtbarkeit? In einer Zeit, in der Begriffe wie Kriegstüchtigkeit und Sondervermögen den gesellschaftlichen Alltag durchdringen, schafft „Camouflage“ einen Raum für kritische Auseinandersetzung mit den Mechanismen, die Krieg wieder alltagstauglich machen.

Claude Bühler

Claude Bühler (*1991 in Sankt Gallen, Schweiz) studierte an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin und lebt und arbeitet in der Ostschweiz. Als Mitbegründerin des Fotokollektivs Tender Photo entwickelt sie eine queer-feministische Plattform, die marginalisierte Stimmen in der Fotografie sichtbar macht. Ihre Arbeiten setzen sich mit politischen und ökonomischen Machtstrukturen auseinander.

Natalia Kepesz 

Geboren 1983 in Polen, lebt und arbeitet Natalia Kepesz in Berlin. Sie absolvierte 2021 die Ostkreuzschule für Fotografie sowie die Klasse Bara an der HGB Leipzig. Für ihre Arbeit erhielt sie u.a. den dritten Platz im World Press Photo Contest 2021 und den Prix Les Jours in Montpellier. Als Fotojournalistin für Die ZEIT, The Wall Street Journal und Financial Times beschäftigt sie sich mit Erinnerung, Identität und den Folgen politischer Umbrüche in Osteuropa.

Lennart Pimpl 

In seinen Arbeiten setzt sich Lennart Pimpl (*1999 in Dresden) mit historischen Bildarchiven und deren gegenwärtiger Lesbarkeit auseinander. Für seine aktuelle Arbeit recherchierte er im Historischen Archiv Krupp und dem Freien Archiv der Hütten- und Bergwerke Rheinhausen und löste Fotografien aus den Kruppschen Monatsheften (1921–1931) heraus, um sie in neue Kontexte zu überführen. Lennart Pimpl studiert an der Folkwang Universität in Essen und zeigte seine Arbeiten im Museum Folkwang, im Storage Museum Düsseldorf und in der Photography Gallery PF in Poznań.

Luis Lucyga 

Luis Lucyga (*2000 in Kiel) untersucht die visuelle Sprache wirtschaftlicher und technologischer Systeme. In der Videoarbeit „Performance“ kontrastiert er Unternehmenskommunikation von Rüstungs- und Finanzunternehmen mit Börsenkursen in Echtzeit. 2024 erhielt er den Förderpreis Kunst und KI der Kulturstiftung Sparkasse Unna Kamen. Er studiert Fotografie an der Folkwang Universität in Essen.

Niewybuch 13,
aus der Serie „Niewybuch“,
2020 © Natalia Kepesz

Video Still
aus der Arbeit „Performance“,
2026 © Luis Lucyga

Bruchfläche, Kruppsche Monatshefte 1921,
aus der Serie „Implikationen des Gefüges“,
2026 © Lennart Pimpl

Ochsenboden Rheinmetall,
aus der Serie „it’s not science fiction“,
2018 © Claude Bühler

Bestandsaufnahme – Von Dingen und Bildern

Die erste Station ist das Obergeschoss im Museum Schiefes Haus in Wernigerode (Harz). Am 11. Oktober 2025 eröffnete hier die erste Fotoskopia Ausstellung mit Arbeiten von Tabea Borchardt (*1990, Essen), Caroline Heinecke (*1986, Berlin) und Xu Guanyu (*1993, Peking).

Im Zusammenspiel mit den Gegebenheiten des Ortes werfen die ausgewählten künstlerischen Positionen Fragen nach der Natur von Sammlungen sowie der Archivierungspraxis neu auf und reflektieren diese im Medium Fotografie. Sie eint das Nachdenken über Dinge aus dem Alltag, die aufbewahrt, fotografiert und in persönliche Ordnungen überführt werden, und sie hinterfragen auf unterschiedliche Weise die Bedeutung, die persönlichen Gegenständen und Fotografien zugesprochen werden.

Ein besonderes Anliegen von Fotoskopia ist die aktive Kunstvermittlung. Das Projekt lädt gezielt Schulklassen, Jugendclubs und andere soziale Einrichtungen ein, die Ausstellung zu besuchen. Durch dialogische Führungen und Workshops möchten wir einen niedrigschwelligen Zugang zur zeitgenössischen Fotografie schaffen und zur eigenen Auseinandersetzung mit den ausgestellten Themen anregen. Wir freuen uns über Anfragen und die Möglichkeit, individuelle Termine zu vereinbaren. Interessierte Gruppen können sich hierfür gerne per E-Mail an kontakt@fotoskopia.de wenden.

26.04.2026 um 16:00 Uhr

Öffentliche Führung

Das kuratorische Team lädt zu öffentlichen Führungen durch die Ausstellung „Camouflage: Sichtbarkeit und die Ökonomie des Krieges“ ein. Die Führungen bieten vertiefte Einblicke in die künstlerischen Positionen von Claude Bühler, Natalia Kepesz, Lennart Pimpl und Luis Lucyga und beleuchten die zentralen Fragen der Ausstellung: Wie werden Strukturen der Kriegswirtschaft sichtbar gemacht? Welche Rolle spielt die Kontrolle von Sichtbarkeit für die Ausübung von Macht? Und wie kann künstlerische Praxis verborgene ökonomische und ideologische Mechanismen offenlegen?

Die Führungen sind kostenfrei, es wird lediglich der Museumseintritt erhoben.

17.05.2026 um 16:00 Uhr

Öffentliche Führung

Das kuratorische Team lädt zu öffentlichen Führungen durch die Ausstellung „Camouflage: Sichtbarkeit und die Ökonomie des Krieges“ ein. Die Führungen bieten vertiefte Einblicke in die künstlerischen Positionen von Claude Bühler, Natalia Kepesz, Lennart Pimpl und Luis Lucyga und beleuchten die zentralen Fragen der Ausstellung: Wie werden Strukturen der Kriegswirtschaft sichtbar gemacht? Welche Rolle spielt die Kontrolle von Sichtbarkeit für die Ausübung von Macht? Und wie kann künstlerische Praxis verborgene ökonomische und ideologische Mechanismen offenlegen?

Die Führungen sind kostenfrei, es wird lediglich der Museumseintritt erhoben.

21.06.2026 um 16:00 Uhr​

Öffentliche Führung

Das kuratorische Team lädt zu öffentlichen Führungen durch die Ausstellung „Camouflage: Sichtbarkeit und die Ökonomie des Krieges“ ein. Die Führungen bieten vertiefte Einblicke in die künstlerischen Positionen von Claude Bühler, Natalia Kepesz, Lennart Pimpl und Luis Lucyga und beleuchten die zentralen Fragen der Ausstellung: Wie werden Strukturen der Kriegswirtschaft sichtbar gemacht? Welche Rolle spielt die Kontrolle von Sichtbarkeit für die Ausübung von Macht? Und wie kann künstlerische Praxis verborgene ökonomische und ideologische Mechanismen offenlegen?

Die Führungen sind kostenfrei, es wird lediglich der Museumseintritt erhoben.

Gefördert durch: 

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